Das 22. Türchen unseres Adventskalenders
Stadt ohne Autos – 1910
Für viele ist es heute völlig unvorstellbar, aber die Stadt Berlin hat einmal ganz ohne Autos funktioniert. Würde man heute eine Stadt für Millionen bauen, wäre das private Kraftfahrzeug wohl auch keine ernstzunehmende Verkehrsform. Die Stadtregierung müsste ja den Massentransport organisieren und könnte nicht verschwenderisch mit dem knappen Platz umgehen. Individuelle Mobilität, wie wir sie heute kennen, fand 1910 im Wesentlichen zu Fuß oder mit dem Fahrrad statt. Die „Elektrische“ wie die Straßenbahn damals hieß, erledigte den Massentransport (für die, die es sich leisten konnten). Tatsächlich war die seinerzeit noch mit Pferden gezogene Straßenbahn vom Rosenthaler Platz in Richtung Gesundbrunnen 1873 eine der allerersten Straßenbahnen in Berlin. 1910 gab es schon viel mehr, alte Stadtpläne des Berliner Zentrums zeigen ein fast flächendeckendes Netz. Bedient wurde es mit im Verhältnis zu heutigen Bahnen sehr kleinen und kurzen Waggons.
Dahin will sicher niemand zurück, aber eine Stadt, die mit einem hervorragenden öffentlichen Verkehrssystem in Schwung bleibt, könnte viel „urbaner“ und trotzdem „lebenswert“ sein, als sie es heute ist – auch an der Torstraße.

Der Rosenthaler Platz in Richtung Norden, Kreuzungstango mit Straßenbahnen, um 1910
Bildquelle: Anonym, Ansichtskarte Berlin, ca. 1910 – Scan einer Fotokarte „Rosentalertor – Brunnenstrasse – Berlin“, undatiert https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenthaler_Platz#/media/Datei:Rosenthaler_ak_1910ca.jpg
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